Unterstützung nach belastenden Einsätzen

Nach einem als belastend erlebten Einsatz können bei Einsatzkräften unterschiedliche Reaktionen auftreten, die sich auf körperlicher, gedanklicher, seelischer und/oder der Verhaltensebene zeigen. Sie sind dem Schutz- und Verarbeitungsspektrum unserer Seele zuzuschreiben.

Deshalb solltest du dich durch sie nicht verunsichern lassen. In der Regel lassen die Reaktionen mit Abstand zum Einsatz an Umfang, Häufigkeit und Intensität nach und verschwinden gänzlich. Das kann schon nach kurzer Zeit der Fall sein, aber auch erst nach einigen Tagen oder auch noch später.

Jeder Mensch hat im Laufe des Lebens seine eigenen Fähigkeiten und Strategien entwickelt, mit belastenden Erfahrungen umzugehen bzw. sie zu bewältigen. Was für den einen hierbei wichtig und hilfreich ist, gilt nicht grundsätzlich auch für den anderen. Unterstützende Maßnahmen, wie in diesem Flyer unter „Was kann ich tun …“ beschrieben, sind hierbei sehr hilfreich.

Wie kann der Alltag einer Einsatzkraft nach einem belastenden Einsatz aussehen?

Die erste Zeit ist oft von Unwirklichkeit geprägt. Das im Einsatz Erlebte entspricht nicht dem eigenen Weltbild und lässt sich nur schwer verstehen.

Teile des Einsatzes drängen sich szenisch, in Bildern oder Gedanken, immer wieder auf. Sei es am Tag plötzlich und unerwartet und man hat das Gefühl wieder mittendrin zu sein oder des Nachts in Form von Alpträumen.

Die Einsatzkraft erlebt sich dabei, dass sie Situationen und Orte, die mit dem Erlebten in Verbindung gebracht werden und Erinnerungen hervorrufen können, vermeidet.

Grundsätzlich gilt, dass es sich hierbei um angemessene Reaktionen eines gesunden Menschen auf ein abnormales Ereignis handelt.

Wie können Sie sich selbst helfen?

Über Ihre Erfahrungen sprechen

Sprechen Sie mit einem vertrauten Menschen über Ihre Erfahrungen, über Ihre Gedanken und Gefühle. Das wiederholte darüber Sprechen hilft das Erlebte zu verarbeiten.

Manchmal ist Ihr Lebenspartner nicht der geeignete Ansprechpartner für Sie, da er mit den Bedingungen des Einsatzalltags nicht vertraut ist und Schilderungen des Erlebten für ihn bedrohlich erscheinen.

Teilen Sie aber Ihrem Partner mit, was gerade mit Ihnen los ist. Damit er Sie versteht und anderweitig unterstützen kann.

Entspannung und Ruhe finden

Die Verarbeitung eines als belastend erlebten Einsatzes benötigt Zeit, Ruhe und Geduld.

Durch Sport und körperliche Betätigung können überschüssige Energien abgebaut und somit Stressreaktionen gemildert bzw. gemindert werden.

Nehmen Sie so früh wie möglich den vertrauten Tagesablauf wieder auf. Sie werden hier durch Halt und Sicherheit erfahren.

Tun Sie etwas, was Ihnen bisher auch immer Freude und Entspannung bereitet.

Professionelle Unterstützung holen

Holen Sie sich frühzeitig professionelle Unterstützung. Hierfür stehen Ihnen auch die Mitglieder des PSU Teams der Feuerwehren Bergkamen und Kamen zur Verfügung.

Jede psychische Belastung/Traumatisierung durch einen Einsatz kann als Dienstunfall angemeldet werden. Unterstützung erfolgt dann auch über die zuständige Unfallkasse.

Anfrage für ein Gespräch beim PSU-Team

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